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Der Aufguss Vorgang
Das Wasser verdampft auf den ca. hundert Grad Celsius heißen
Steinen zu Wasserdampf und erhöht so kurzzeitig die
Luftfeuchtigkeit in der Sauna. Ein Platzen der Steine wird
durch Verwendung von Lavagestein verhindert, auch erhitztes
Wasser trägt dazu bei. Der Dampfstoß, auch "Gluthauch" oder
nach dem finnischen Wort Löyly genannt, steigt durch
die Hitze zunächst nach oben an die Decke des Saunaraums.
Durch Verwirbelung der Luft mit einem Handtuch kann
er gleichmäßig im Saunaraum verteilt werden. Der Aufguss
verstärkt das Hitzeerleben der Sauna.

Entgegen dem subjektiven Eindruck steigert der Aufguss den
Schwitzeffekt eines Saunaganges nicht. Was
vermeintlich als kräftigeres Schwitzen empfunden wird, ist
tatsächlich nur auf der Haut niedergeschlagener
Wasserdampf: Das durch den Aufguss verdampfte Wasser setzt
sich als Kondenswasser auf der kühleren Haut (ca.
30 bis 37 °C) ab und erzeugt dort ein sehr starkes
Hitzeempfinden, da die Kondensationswärme an den Körper
abgegeben wird. Während Schwitzen normalerweise aufgrund der
dann möglichen Verdunstung den Körper kühlt,
verhindert die aufgussbedingte hohe Luftfeuchtigkeit diese
Verdunstung, weshalb durch das Schwitzen auch kein
Kühlungseffekt mehr eintreten kann. Deswegen sollten
Menschen mit Herzschäden oder auch nur mit einem
schlechten Tag oder nach einer durchzechten Nacht Aufgüsse
meiden. Es gibt von medizinischer Seite
unterschiedliche Ansichten über die mit dem Aufguss (in der
derzeit praktizierten Form) verbundenen gesundheitlichen
Aspekte und etwaigen Risiken.

In einer sehr heißen Sauna kann der Löyly auf den oberen
Bänken an der Grenze des ertragbaren Schmerzes sein.
Empfindlichen und ungeübten Saunabesuchern wird daher
empfohlen, sich während des Aufgusses auf eine der
unteren Bänke zu setzen, wo die Luft weniger heiß ist.
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