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Medizinische Wirkung
Das Saunieren soll vor allem der Abhärtung gegen
Erkältungskrankheiten dienen und kann auch bei einigen
Erkrankungen als therapeutische Anwendung genutzt werden,
beispielsweise bei Störungen des vegetativen
Nervensystems. Es ist jedoch unklar, ob diese Effekte jemals
in einer medizinischen Studie nachgewiesen wurden.
Die Erhöhung der Körpertemperatur auf bis zu 39°C[3] während
der Schwitzphase (künstliches Fieber) bewirkt
innerhalb des Körpers dasselbe, was auch ein echtes Fieber
bewirkt, nämlich eine Zerstörung von Krankheitserregern
durch erhöhte Temperatur.
Die Abfolge von Hitze mit dem anschließenden Kaltbad
entspannt die Muskulatur und hat neben einigen
physiologischen Effekten wie der Senkung des Blutdrucks,
Anregung des Kreislaufs, des Stoffwechsels, des
Immunsystems und der Atmung vor allem auch eine wohltuende
Auswirkung auf das subjektive Wohlbefinden.

Saunabaden dient auch der Hautpflege und verlangsamt die
Hautalterung; unmittelbar nach dem Betreten des
Saunaraumes reagiert die Haut, die Blutgefäße weiten sich,
die Durchblutung nimmt zu und die Oberflächentemperatur
steigt nach etwa 15-minütigem Aufenthalt auf 40-42°C an; in
der Abkühlphase verengen sich die Blutgefäße dann
wieder durch Kaltwasseranwendungen (Gefäßtraining).
Das Schwitzen sowie die wiederholten Wasseranwendungen
bewirken außerdem eine sehr gründliche, aber
schonende Körperreinigung; die oberste Hornschicht der Haut
quillt auf, verhornte Hautzellen lockern sich und können
leicht abgespült werden. Bei sehr trockener Haut wird die
Struktur durch Aktivierung der Schweißdrüsen und
Wassereinlagerungen in die Hornschicht verbessert.
Eine manchmal erwünschte, manchmal unerwünschte Nebenwirkung
von Saunabesuchen kann die temporäre
Unfruchtbarkeit beim Mann sein, da die Spermien durch die
Hitze untauglich werden. Da aber sofort wieder neue
Spermien gebildet werden können, hält dieser Effekt nicht
lange an.

Menschen mit Entzündungen, mit akuten Infektionskrankheiten,
mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, mit Venenthrombosen
oder Krampfaderleiden wird im Allgemeinen vom Besuch einer
Sauna, eines Hammāms, einer Banja oder eines
Dampfbades abgeraten.
Für gesunde Menschen dürfen auch ein wenig Alkohol und zum
Ende der Saunazeit auch leichte Speisen das
Vergnügen abrunden. Gegebenenfalls sollten ältere Menschen
ihren Hausarzt befragen.
Sowohl in der Sauna als auch in der Banja beliebt ist die
Mitnahme von Büscheln meistens aus Birkenzweigen (finn.:
vihta bzw. vasta, russ.: wenik), mit denen der gesamte
Körper "abgeschlagen" wird, um die Blutzirkulation
anzuregen.
Diese Zweige sind (im Gegensatz zu Birkenruten) nicht
entblättert und erzeugen somit keinen Schmerz. Im Sommer
werden oft frische Zweige verwendet; im Winter nimmt man
dagegen entweder Zweige, die im Frühsommer getrocknet
und vor dem Gebrauch wieder mit heißem Wasser eingeweicht
wurden (dieses Birkenwasser ist gleichzeitig ein
hervorragender Aufguss) oder tiefgefrorene Büschel, die es
in finnischen Supermärkten zu kaufen gibt.

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